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ÜBER SCHEMATHERAPIE

Bei der Schematherapie handelt es sich um ein integratives Therapiekonzept. Schemata sind starre Lebensmuster, die Patienten in der zufriedenstellenden Gestaltung ihres Lebens beeinträchtigen. Als Schema-Modi werden hingegen aktuelle Zustände oder Selbstanteile genannt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt das Erleben und Verhalten eines Patienten dominieren. Zentraler Baustein des therapeutischen Prozesses ist die Therapiebeziehung, die durch begrenzte elterliche Fürsorge gekennzeichnet ist. Durch begrenzte elterliche Fürsorge sollen Patienten die Erfahrungen nachholen können, die während ihres Aufwachsens fehlten und durch deren Abwesenheit bestimmte Schemata und Bewältigungsstrategien entstanden sind. Ziel der Schematherapie ist, den Patienten zu helfen, Kernbedürfnisse zu erkennen und
mit ihnen zu erarbeiten, wie sie diese in adaptiver Weise befriedigen können.

UNSERE TRAININGS

In den Weiterbildungsangeboten des Instituts für Psychotherapie in Mainz (ipsti-mz) wird
Schematherapie in der Form vermittelt, wie sie sich in internationalen Studien empirisch als hoch wirksam in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen erwiesen hat (vgl. Giesen-Bloo et al., 2006; Farrell et al., 2009; Reiss et al., 2013). Schwerpunkte liegen auf dem Einsatz des Schema-Modusmodells und emotionsfokussierten Interventionstechniken. Zugrunde gelegt wird u.a. das Manual von Farrell, Reiss & Shaw (2014; dt. Übersetzung wird im Frühjahr 2015 vorliegen), in dem Begleit- und Patientenmaterialien sowohl für das Einzel- als auch für das Gruppensetting vorliegen. Alle Kurse sind stark praxisorientiert, idealerweise entfällt bis zur Hälfte der Kurszeit auf Kleingruppenarbeit. Daher dürfen die Kurse nur von max. 20 Teilnehmern besucht werden. Um den Teilnehmern eine möglichst große Bandbreite an therapeutischen Modellen zu ermöglichen, werden für Workshops in der Regel verschiedene Dozenten engagiert. Alle DozentInnen des ipsti-mz sind von der International Society of Schema Therapy ISST e.V. anerkannte TrainerInnen und SupervisorInnen für Schematherapie im Einzelsetting. Dr. Neele Reiss und Dr. Friederike Vogel sind zudem durch die ISST e.V. anerkannnte Trainerinnen und Supervisorinnen für Schematherapie in der Gruppe.

ISST ZERTIFIZIERUNG

Schematherapie in der Gruppe – Standard Zertifizierung
Bitte vergleichen Sie die Zertifizierungsrichtlinien unter: http://www.schematherapysociety.org/Group-Certification

Psychologische und ärztliche Psychotherapeuten
Für eine Zertifizierung zum Standard Level Gruppen-Schematherapeuten nach den Standards der ISST e.V. ist der Besuch eines anerkannten Gruppen-Curriculums im Umfang von insgesamt 24 Stunden erforderlich. Voraussetzung für die Teilnahme ist der vorhergehende Besuch von mind. 12 Stunden an anerkannten einführenden Schematherapieworkshops. Das Curriculum am ipsti-mz ist akkreditiert und wird bei Abschluss als Voraussetzung zur Anerkennung als „Gruppen-SchematherapeutIn“ nach den Kriterien der ISST e.V. anerkannt.
Neben diesen Workshops erfordert die ISST-Zertifizierung die Durchführung von mind. 20
Gruppentherapiesitzungen unter Supervision (20 Stunden). Zur Überprüfung der Adhärenz und Kompetenz in Gruppenschematherapie wird abschließend die Videoaufnahme einer Gruppensitzung von einem unabhängigen Rater beurteilt (mind. 4.0 Punkte in der Group Schema Therapy Competency Rating Scale).

Andere Berufsgruppen
Eine Zertifizierung anderer Berufsgruppen (z.B. Co-Therapeuten, „Satelliten-Therapeuten“, Pflegekräfte) im Rahmen der Standard GST Zertifizierung ist möglich, wenn diese mit einem Advanced Level Group Schema Therapist Gruppen durchführen oder unter dessen Supervision an Gruppen beteiligt sind oder Gruppen im Rahmen ihrer eigenen Profession durchführen (z.B. Ergotherapiegruppen).